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Das Projekt Haushaltsnahe Abfallberatung" findet statt im Rahmen von Trenntstadt Berlin", einer Initiative der  Berliner Stadtreinigung (BSR) und ihrer Partner ALBA, Berlin Recycling und der Stiftung Naturschutz Berlin.

Recyclinghöfe - Sperrmüll/Elektroschrott

Inhalt

 

Knapp 50 000 Tonnen Sperrmüll und Elektroschrott wurden in Berlin im Jahr 2016 zu den BSR-Recyclinghöfen gebracht und der anschließenden Verwertung zugeführt (Quelle: BSR-Entsorgunsbilanz 2016).
Auch für Elektrokleingeräte (sofern sie nicht an den Händler zurückgegeben werden), Altholz und Datenträger wie CDs sind die Recyclinghöfe die wichtigste Anlaufstelle. Denn in die Wertstofftonne dürfen diese Dinge nicht geworfen werden.

Unter Sperrmüll verstehen wir Haushaltsabfälle, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände, die wegen ihrer Größe nicht in eine 120-Liter-Mülltonne passen, z.B.
Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott (Fahrräder, Kinderwagen etc.), Hölzer aus dem Wohninnenbereich, Laminat, Fenster- und Türrahmen, Türblätter aus Kunststoff, Kunststoffteile wie Dachrinnen, Rohre, Spülkästen oder Badewannen und separates Fenster- und Drahtglas usw.

Elektroschrott sind z.B. ausrangierte Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Fernseher, Monitore, Computer, Hifi-/Stereo-Anlagen, Telefone, Handys, Spielekonsolen, Föhne, Elektro-Rasierer und -zahnbürsten, Kaffeemaschinen, Mikrowellen usw.

Recyclinghöfe

Erste Anlaufstelle für Sperrmüll und Elektroschrott sind in Berlin die 15 Recyclinghöfe der BSR. Private Haushalte können hier ihren Elektroschrott und bis zu 2 m³ Sperrmüll kostenfrei abgeben. Um eine hochwertige Verwertung zu erleichtern, sollten Möbel schon vor der Fahrt zum Recyclinghof in ihre Einzelteile zerlegt werden.

Wo sich der Ihnen nächstgelegene Recyclinghof befindet, erfahren sie hier.

Die Öffnungszeiten der Recyclinghöfe sind in der Regel:

Mo, Di, Mi, Fr: 7 - 17 Uhr

Do: 9.30 - 19.30 Uhr

Sa: 7 - 15.30 Uhr                 

ACHTUNG: Die Recyclinghöfe Behmstraße und Berliner Straße haben abweichende Öffnungszeiten:

Mo - Fr: 9 - 19 Uhr

Sa: 7 - 14.30 Uhr

Größere Mengen Sperrmüll können kostenpflichtig im Abfallbehandlungswerk Süd und unter bestimmten Bedingungen im Müllheizkraftwerk Ruhleben angeliefert werden.
Im Abfallbehandlungswerk Süd in der Gradestraße darf dabei eine maximale Seitenlänge von 1,50 Meter nicht überschritten werden und beim Müllheizkraftwerk Ruhleben liegt die maximale Seitenlänge bei 0,5 Meter.

Hier finden Sie die Öffnungszeiten der Anlagen in der Gradestraße und in Ruhleben. Mehr zu den Kosten der Anlieferung erfahren Sie hier.

Alternative Entsorgungswege

Wenn Sie sich den Weg zum Recyclinghof sparen möchten, können Sie auch den kostenpflichtigen Sperrmüllabholservice der BSR nutzen. Elektroaltgeräte werden "im haushaltsüblichen Umfang" ohne zusätzliche Kosten mit abgeholt. Bauabfälle, Gussbadewannen, Autoreifen und -batterien sowie Schadstoffe jeglicher Art (Farben, Lacke etc.) werden hingegen nicht mitgenommen. Für die alleinige Abholung von Elektrogeräten bietet die BRAL einen ebenfalls kostenpflichtigen Abholdienst an.

Schadstoffhaltige Abfälle wie Batterien, Energiesparlampen, Lack- oder Farbreste können bei den Schadstoffsammelstellen der BSR, die auf einigen Recyclinghöfen mit eingerichtet sind, abgegeben werden. Genauere Informationen zur korrekten Schadstoffentsorgung erhalten Sie hier.

Viele Händler bieten auf freiwilliger Basis die Rücknahme von Elektroaltgeräten an. Geschäfte mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte ab 400 Quadratmetern sind seit 2016 gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet, wenn die Geräte kleiner sind als 25 Zentimeter. Dies gilt unabhängig davon, ob ein neues Produkt gekauft wird oder nicht.

Elektrokleingeräte wie Handys, Rasierapparate, elektrische Zahnbürsten, Föhne, Toaster, Bügeleisen etc. können Sie in einigen Berliner Bezirken in die im Straßenland aufgestellten eBox-Container werfen. Ob und wo sich der nächste öffentliche eBox-Container in Ihrer Nachbarschaft befindet, erfahren Sie hier. (Die eBox-Container im Straßenland finden Sie vor allem in Steglitz-Zehlendorf, Spandau und zum Teil Treptow-Köpenick, außerdem z.B. in Blankenfelde, Niederschönhausen, Karow und Karlshorst.)

Alternative Entsorgungswege per Post für Elektrokleingeräte und Druckerpatronen bieten z.B. die Aktionen Handys für die Umwelt der Deutschen Umwelthilfe und der Telekom sowie Electroreturn von ALBA und der Deutschen Post. Die Angebote sind kostenfrei bzw. ggf. mit einem Verkaufserlös für das eingesandte Handy verbunden.

Wir raten dringend davon ab, Elektroschrott in die Hände dubioser privater Sammler zu geben. Das gesetzlich vorgesehene Rücknahmesystem über Händler, Kommunen und von diesen beauftragten Unternehmen garantiert am ehesten eine fach- und umweltgerechte Entsorgung. Fällt Ihr Elektroschrott dagegen in die Hände von schwarzen Schafen in der Entsorgungsbranche, ist eine nachhaltige und ökologisch bestmögliche Verwertung sehr unwahrscheinlich. Vielmehr besteht insbesondere die Gefahr einer illegalen Verbringung des schadstoffhaltigen Elektroschrotts in afrikanische oder asiatische Länder.

Exkurs: Kein Schrott für Afrika!

Vor der Küste schwimmen tote Fische. Slumbewohner – meist Kinder und Jugendliche – erarbeiten sich ein kleines Einkommen. Zu Tausenden durchsuchen sie den Elektroschrott, der aus Europa, Deutschland und anderen Ländern der Welt illegal hierher geschafft wird - deklariert als funktionsfähige Second-Hand-Ware.

Elektroschrott in Agbogbloshie/Ghana/Afrika

Die UNO verzeichnete einen Anstieg des Menge des globalen Elektroschrotts auf 41,8 Mio. Tonnen im Jahr 2014 nach 39,8 Millionen Tonnen im Vorjahr. Deutschland steuert dabei in Europa den größten Anteil Schrott bei - nämlich rund 700.000 Tonnen jährlich.

Lesen Sie mehr im Hintergrundartikel "Elektroschrott in Afrika" und "Schadstoffe in Elektrogeräten".

Bewusster Kauf und Reparatur

Aufgrund des hohen Gehalts an Schadstoffen und seltenen Rohstoffen in vielen Elektrogeräten sind die wirksamsten Maßnahmen für den Verbraucher zum Schutz der Umwelt ein bewusster Kauf und eine möglichst lange Nutzung eines möglichst energiesparenden Geräts.

Mit dem Guide to Greener Electronics zeigt Greenpeace, welche Unternehmen der Elektronikbranche am ehesten umweltfreundlich produzieren.

Gegen mangelnde Reparaturfähigkeit, vorzeitigen Verschleiß und kurzlebige Produkte kann man sich auf der Seite Murks? Nein Danke! engagieren. Auf dem Portal kann man seine Erfahrungen mit schlechten Produkten melden, Informationen austauschen und ggf. mit den Herstellern in Kontakt treten. Ziel ist es, auch durch eine intensive begleitende Öffentlichkeitsarbeit, Druck auf die Unternehmen auszuüben, bei denen eine bewusst mangelhafte Herstellung wahrscheinlich ist. Mögliches Motiv der Firmen ist, auf diese Weise die Verkaufszahlen ihrer Produkte zu steigern. Man spricht in diesen Fällen von geplanter Obsoleszenz.

Geschäfte und Initiativen, die sich  für eine Wieder- und Weiterverwendung gebrauchter IT-Technik engagieren, finden Sie auf den Seiten des ReUse Computer e.V. Hier werden u.a. Anlaufstellen zur Reparatur, Aufrüstung und zum Kauf gebrauchter Computer etc. genannt.

Sowohl fachkundige Betriebe als auch Hinweise zur Selbstreparatur von Haushaltsgeräten bietet die Seite Deutschland repariert. Reparaturanlaufstellen in Berlin sind im 1. Berliner Reparaturatlas von radioBerlin 88,8 zu finden.

Titelbild: ©siepmannH  / pixelio.de
Exkurs-Bild: Agbogbloshie bei Accra, Ghana ©Lantus Creative Commons Attribution 2.0
 

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