Getränkeverpackungen: Mehrweg – Pfand – Einweg

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Mehrweg aus Glas - die beste Lösung für die Umwelt

Die umweltfreundlichste aller Getränkeverpackungen ist die Glasmehrwegflasche. Nach der Rückgabe im Laden wird sie gereinigt und kann etwa 40 bis 60 Mal wiederverwendet werden. So fällt auch der bei der Glasproduktion entstandene relativ hohe Energiebedarf in der Gesamtbetrachtung weniger stark ins Gewicht. Zusätzliche Umweltbelastungen entstehen lediglich durch Reinigung und Transport der relativ schweren Glasflaschen. Diese werden durch die häufig regionalen Vertriebsstrukturen mit kurzen Wegen aber meist gering gehalten.

Die leichtere Mehrweg-PET-Flasche (PET= Polyethylenterephthalat) hat im Vergleich zur Mehrweg-Glas-Flasche den Vorteil, dass ihr Transport weniger Energie erfordert. Andererseits kann sie aber nur etwa 8 bis 25 Mal wiederverwendet werden. Es müssen also deutlich häufiger neue Flaschen hergestellt werden und zwar unter Einsatz des kostbaren und umweltschädlichen Rohstoffs Erdöl.

ACHTUNG: Plastikflaschen aus PET werden gesundheitsgefährdende Wirkungen nachgesagt: Sie können (in geringen Mengen) Stoffe wie Acetaldehyd, eventuell auch Bisphenol A, in die Trinkflüssigkeit abgeben. Aus dem chemischen Reinigungsprozess können sich zudem giftige Rückstände von Dimethyldicarbonat (O-Methyl-Carbamat) im Flascheninhalt finden.

Mehr zu potenziellen gesundheitsschädlichen Wirkungen von Plastikverpackungen finden Sie auf den Seiten des BUND-Bundesverbands.

 

Auch das Umweltbundesamt hält Mehrwegverpackungen für Spitzenreiter in Hinblick auf Umweltverträglichkeit. Allerdings werden auch andere Verpackungsarten wie Getränkekartons, Standbodenbeutel und Schlauchbeutel als „ökologisch vorteilhaft“ eingestuft.

Diese Bewertung von Einwegverpackungen aus Kunst- oder Verbundstoffen erscheint jedoch äußerst zweifelhaft: Getränkekartons und andere Verbundstoffe werden meist nicht komplett recycelt. Der Kunststoff aus PET-Einwegflaschen verliert bei der Aufbereitung an Wertigkeit. Und die Aufbereitung erfordert oft einen hohen Ressourceneinsatz. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Hintergrundkapiteln Kunststoffe und Verbundstoffe.

 

Mehrweg oder Einweg - wie erkenne ich die richtige Flasche?

Für den Verbraucher ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, ob die Verpackung verwertet oder wiederbefüllt wird, also ob es sich um eine Einweg- oder eine Mehrwegverpackung handelt.
Die Höhe des Pfandes kann aber ein Hinweis auf die Art der Weiterverwendung sein. Für Einwegflaschen und Dosen beträgt das Pfand  25 Cent, für Mehrwegflaschen 8 bis 15 Cent.  

Deutliche Kennzeichen dafür, ob es sich um eine Mehr- oder Einwegflasche handelt, sind die folgenden Labels:

Einweg

DPK-Kennzeichnung für recyclebare PET-VerpackungenFlaschen mit diesem Zeichen (DPG-Kennzeichen) sind Einwegflaschen aus Plastik - meist PET (Polyethylenterephthalat). Sie werden nach dem Einsammeln nicht weiterverwendet, sondern mit hohem Energieaufwand geschreddert, eingeschmolzen und zu neuen PET-Produkten verarbeitet.

 

 

Mehrweg

Kennzeichen des Arbeitskreises Mehrweg für MehrwegverpackungenDieses Zeichen steht für Wiederbefüllbarkeit und kennzeichnet sowohl Glas- als auch PET-Mehrwegverpackungen. Die Flaschen werden mehrmals verwendet und sparen somit Energie und Rohstoff.
Das Zeichen wurde nicht von Seiten der Wirtschaft sondern vom Arbeitskreis Mehrweg entwickelt. Partner des Arbeitskreises sind u.a. die Deutsche Umwelthilfe e.V. und NABU, der Naturschutzbund Deutschland e.V. Derzeit wird es von mehr als 150 Unternehmen verwendet.

>> Mehr zum Arbeitskreis Mehrweg GbR

 

Der "Blaue Engel" - Kennzeichnung von MehrwegverpackungenAuch der „Blaue Engel“ mit dem Schriftzug „weil Mehrweg“ steht für Mehrwegverpackung.

 

 

 

 

Viele Mehrwegflaschen besitzen keines der beiden Zeichen! Auf Ihnen steht dann lediglich „Mehrwegflasche“.

 

PET-Cycle

Kennzeichen für PET-Verpackungen, die teils recycelt, teils wiederbefüllt werdenVerpackungen mit diesem Zeichen werden teils wiederverwendet, teils recycelt. Der Getränkekasten kann etwa wiederverwendet werden, während die PET-Flaschen recycelt werden. Das Label bestätigt also nur das mindestens eines davon der Fall ist, Wiederbefüllung oder Recycling.

(Quellen: Stiftung Warentest)

 

Mehr Informationen zu Labels und Tipps zur ökologischen Einschätzung von Verpackungen finden Sie über das "Verpackungsbarometer" der Verbraucherinitiative e.V..

 

Die Verpackungen bestimmter Getränke sind unabhängig vom Material weiterhin pfandfrei, etwa die von Säften, Milch- und Milcherzeugnissen, die von Diätgetränken und von (hochprozentigen) Alkoholika. Ausgenommen vom Pfand sind außerdem z.B. Getränkekartons, weil sie vom Gesetzgeber als „ökologisch vorteilhaft“ eingestuft worden sind.

 

Wo kann ich meine Pfandflasche abgeben?

Seit Mai 2006 müssen alle Einzelhändler alle pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen zurücknehmen – und zwar dann, wenn die Verpackungen von einer Materialart sind, die der Händler im Sortiment hat. Dies gilt auch wenn sie woanders gekauft wurden.
Konkret heißt das: Ein Händler, der nur PET-Einwegflaschen anbietet, muss keine Glasflaschen oder Getränkedosen annehmen, jedoch alle  PET-Einwegflaschen – auch solche aus anderen Geschäften.
Lediglich für kleine Shops mit weniger als 200 qm Verkaufsfläche gelten Ausnahmen. Sie müssen nur genau die Verpackungen der Marken zurücknehmen, die sie auch verkaufen.

(Quelle: http://www.dpg-pfandsystem.de)

Mehr Informationen zu Labels und Tipps zur ökologischen Einschätzung von Verpackungen finden Sie über das "Verpackungsbarometer" der Verbraucherinitiative e.V..

 

Weiterführende Links

>> Pro Mehrweg – News zum Thema
>> Stiftung Mehrweg – News und Infos zum Thema

Bildquellenangabe: ©Petra Hoeß, FABION Markt + Medien / abfallbild.de

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