Teilen statt besitzen – Nutzen statt verbrauchen

Neonbeleuchtung: Lif'es's for Sharing
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Wer kennt es nicht: „Man lebt in einem Altbau mit Räumen, 4 Meter hoch und die Lampe muss ausgewechselt werden. Man hat aber keine Leiter. Oder man will einfach nur ein Bild aufhängen – absolut gerade soll’s sein  – hat aber keine Wasserwaage.  Oder man braucht einfach nur einen Schraubenzieher in einer Größe, die man nicht im Haus hat.
Statt in solchen Fällen in den Baumarkt zu laufen, bietet es sich an, die Dinge einfach auszuleihen.

Der Trend

Und für den, der mit dem Nachbarn nicht so persönlich ist, gibt es in Zeiten des Internets  eine Alternative:
Ganz im Trend liegt nämlich die Sharing Economy (oder kurz: Shareconomy). „Share“ ist Englisch und heißt Teilen. Gemeint ist, Dinge, die man selten braucht, nicht zu kaufen, sondern auszuleihen.

Baumärkte zum Beispiel bieten schon seit langem Werkzeuge für mehr oder weniger viel Geld zur Miete an. Privat funktioniert das aber auch – und oft viel preiswerter.

Online - in der Cloud

Es gibt eine Vielzahl an Plattformen online, oder "in der Cloud", auf denen man eigene Gegenstände anbieten oder Dinge von anderen Teilnehmern ausleihen kann. Die Preise starten so bei 1,00 € pro Miet-Tag. Wer also heute eine Leiter braucht, weil er die Gardinen aufhängen möchte, braucht sich nicht für 80,00 € eine solche zu kaufen.  Oft reicht bereits der besagte Euro und man kann sich die Leiter privat irgendwo abholen.

Die Modelle reichen von Leih- oder Tauschbörsen über Carsharing hin zu Unterkunftsvermittlung. Gemein ist ihnen, dass sie das Internet nutzt, um die Kontakte zu vermitteln.
Am häufigsten werden nach Konsumentenbefragungen des Schweizer Gottfried Duttweiler Instituts Reisetipps, Basteltipps, Kochrezepte, Bücher und Musik-CDs geteilt.

Wer die Idee der Shareconomy gut findet, kann über das Internet aber zum Beispiel auch Kleidung borgen. Das ist dann sogar noch ökofreundlicher und noch preisgünstiger als der Secondhand-Shop.
Beliebt sind Kleider-Tausch-Partys: Die Termine findet man online. Man trifft sich, tauscht Kleidung, die man nicht mehr mag, gegen Kleidung, die andre nicht mehr mögen, und ist zum Nulltarif neu eingekleidet. Wer Glück hat, lernt bei der Gelegenheit noch nette Leute kennen.

Wer neugierig geworden ist und so ein paar Euro sparen will, oder wer seinen Beitrag zur Reduzierung des Abfallaufkommens leisten will, indem er teilen und leihen will, statt zu kaufen, kann folgende Anbieter ausprobieren (ohne jede Gewähr unsererseits).

Oder auch klassisch offline bei Leila Berlin

Der Idealismus ist raus

Aber: Shareconomy ist mittlerweile Mainstream. Viele Anbieter und Betreiber von Plattformen sind gewinnorientierte Geschäftsleute oder Unternehmen.  Gewinne machen sie über Mitgliedsgebühren, Werbung oder Vermittlungsgebühren. In Einzelfällen generieren die Portale Gewinn sogar durch den Verkauf von Nutzerdaten. Es rät sich also, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen.

Auch auf die Preise sollte man achten.  Diese beginnen bei ‚kostenlos‘ und gehen bis ‚richtig teuer‘.
Vom Idealismus der Anfangsjahre ist teils leider nur noch wenig zu spüren. 

 

Autor: Andreas Pützer
Bildnachweis: © M.E. / pixelio.de

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