Weniger Abfall beim Einkauf

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Mehrweg-Beutel statt Plastik-Wegwerftüte

Laut Umweltbundesamt verbraucht jeder Deutsche 65 Plastiktüten im Jahr. Allein in Berlin gehen jährlich 227 Mio. neue Kunststofftüten über die Ladentheke. Ein erster wichtiger Schritt zu weniger Müll beim Einkauf ist daher, auf Plastik-Einwegtüten zu verzichten. Ökologisch sinnvolle Alternativen sind Beutel aus Stoff (Jute oder Biobaumwolle), robuste Kunststofftragetaschen, ein Einkaufskorb oder eine Transportbox. Alle können mehrfach verwendet werden, So sparen Sie auch noch das Geld für den Kauf vieler Einweg-Tüten im Supermarkt. Wenn Sie Tüten zur Verpackung von losem Obst und Gemüse brauchen, können Sie diese immer wieder mitbringen und wiederverwenden.

 

Ein kleiner Helfer namens Einkaufszettel

Überlegen Sie schon vor dem Einkauf, was Sie brauchen und was Sie zum Beispiel in den nächsten Tagen kochen und essen wollen. Schreiben Sie einen Einkaufszettel! Das kann helfen, eine gewisse „Einkaufsdisziplin“ zu wahren und nichts Unnötiges mit einzupacken. Durch bewusstes Einkaufen und eine Reduzierung ihrer Lebensmittelabfälle tun Sie nicht nur Gutes für die Umwelt, sondern auch fürs Portemonnaie: Recherchen für den Film „Taste the Waste“ in Österreich haben ergeben, dass jeder Haushalt dort im Jahr Lebensmittel im Wert von 400 Euro wegwirft.

 

Auf Mehrweg setzen

Kaufen Sie Ihre Getränke und wenn möglich auch andere Produkte (z.B. Joghurt) in Mehrwegverpackungen – am besten aus Glas! ACHTUNG: Nicht alle Pfandflaschen sind Teil eines Mehrwegsystems und werden wiederbefüllt! Mehr dazu erfahren Sie in unserem Service-Artikel „Getränkeverpackungen: Mehrweg - Pfand - Einweg”.

 

Second-Hand kaufen

Auch mit dem Kauf aus zweiter Hand leisten Sie einen guten Beitrag zur Abfallvermeidung. Wohl nicht ganz zu unrecht behaupten viele Menschen, dass ältere Produkte oft von höherer Qualität sind als neue und in der Regel auch länger halten bzw. funktionieren. Ob es um Textilien geht, um Elektrogeräte, um Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände – vieles was der eine vielleicht nicht mehr braucht und wegschmeißen würde, kann die andere noch jahrelang nutzen. Neben zahlreichen Second-Hand-Läden in ganz Berlin sind Flohmärkte und Kaufportale im Internet oft wahre Fundgruben für günstige Schnäppchen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Service-Artikel „Müllvermeidung“.

 

Tauschen oder schenken statt kaufen

Gebrauchtes sogar kostenfrei finden können Sie in entweder einem der vielen Tausch- und Schenkportale im Internet oder im Rahmen von vielen verschiedenen Initiativen vor Ort in Ihrem Kiez. Einen Überblick über verschiedene Online-Tausch- und Schenkbörsen sowie lokale Aktionen wie Umsonstläden, Give-Boxes, Sperrgutmärkte usw. erhalten Sie in unserem Service-Artikel „Müllvermeidung“.

 

Leihen statt kaufen, nutzen statt besitzen

Von der Bohrmaschine über Spielzeug, Babybedarf, Bücher und Film-DVDs bis hin zum Hochzeitskleid - manches braucht man nicht oft oder sogar nur einmal im Leben – da lohnt es nicht, sich immer gleich alles zu kaufen! Viel Geld und zugleich auch Ressourcen sparen Sie, wenn Sie sich solche Dinge leihen. Erfahren Sie mehr über Anlaufstellen zum Leihen im Internet und in Ihrer Umgebung in unserem Service-Artikel „Müllvermeidung“.

 

Reparieren statt neu kaufen

Bevor Sie Ihr altes Elektrogerät, ein kaputtes Fahrrad oder Kleid oder ein beschädigtes Möbelstück wegschmeißen und durch ein neues Exemplar ersetzen, bringen Sie es zur Reparatur oder legen selbst Hand an. Reparatur-Anlaufstellen in Berlin und wo Sie Tipps zum Selber Machen finden, erfahren Sie in unserem Service-Artikel „Müllvermeidung“.

 

Langlebige Produkte kaufen

Besonders bei größeren Anschaffungen wie Haushaltsgeräten oder Elektronikartikeln lohnt es sich, beim Kauf besonders auf Qualitäten wie Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit zu achten. – Sind die Produkte verschraubt oder etwa verschweißt oder verklebt? Lässt sich der Akku entnehmen? Wie lange ist die Garantiezeit? Lassen Sich Einzelteile austauschen?

Wenn die Produkte Textilanteile haben, ist es z.B. von Vorteil, wenn der Stoff abnehmbar ist, um diese Artikel besser waschen zu können - oder sogar um den Stoff auszutauschen, wenn er Löcher bekommen hat.

Generell gilt auch hier: Wer auf Langlebigkeit setzt, spart nicht nur Abfall, sondern auch Geld. – Leider ist es als Verbraucher gar nicht immer so leicht, die hochwertigen Produkte von kurzlebiger Ware zu unterscheiden. Unterschiedliche Preise und ein großes unübersichtliches Angebot machen die richtige Wahl oftmals schwer. Informationen und fachkundige Beratung zum Thema Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit sind häufig mangelhaft oder kaum vorhanden. Zudem wir zunehmend diskutiert, inwieweit Hersteller die Lebendauer ihrer Produkte wie Drucker, elektrische Zahnbürsten, Handys oder Kaffemaschinen bewusst verkürzen. Man spricht hier von „Geplante Obsoleszenz“ oder „Gezieltem Verschleiß“. Zugleich werden Reparaturen und Ersatzteile oftmals nur zu sehr hohen Preisen angeboten. Das vermeintliche Ziel der Hersteller: Der Verkauf eines neuen Produkts.

Auf dem Internetportal www.murks-nein-danke.de können Sie sich über Ihre Erfahrungen mit früh kaputt gegangenen Geräten austauschen und mehr über das Phänomen „Geplante Obsoleszenz“ erfahren. Die „Murks“-Meldungen der Nutzer geben auch einen Einblick, welche Geräte welcher Firmen besonders oft Probleme machen und helfen daher ggf. bei der Kaufentscheidung.

 

Auf Umweltlabels achten

Achten Sie beim Kauf auf Produkte, die mit einem europäischen oder deutschen Umweltzeichen versehen sind. Es gibt mittlerweile viele Produkte, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, ein Zeichen, dem Sie vertrauen können. Mehr über Umweltzeichen für Papier, Getränkeverpackungen und Textilien erfahren Sie in unserem Service-Bereich.

 

Auf Wegwerfprodukte verzichten

Auf in den Park zum Grillen oder zum Picknick: Wie einfach und praktisch erscheint es da doch auf Einwegteller, -becher und -besteck aus Plastik und Pappe zu setzen. Dazu vielleicht noch schnell im Supermarkt den Einmal-Grill geschnappt – fertig! – Spätestens nach dem Essen kommt das böse Erwachen: Wohin nun mit all dem Müll? – Da ist es doch viel einfacher, wenn jeder sein eigenes Geschirr dabei hat und auch wieder mitnimmt. Verschmutzungen können entweder vor Ort in einem mitgebrachten kleinen Müllbeutel entsorgt werden und/oder ggf. durch kurzes Abspülen mit Wasser grob entfernt werden. Zum (Rück-)Transport leicht verschmutzter Teller, Becher etc. genügt ein weiterer Extra-Beutel, den man anschließend zu Hause auch noch als Mülltüte verwenden kann.

Auch andere Wegwerf-Produkte wie Einweg-Rasierer oder Zahnbürsten können Sie durch Produkte ersetzen, die länger verwendbar sind, zum Beispiel weil sich abnutzende Bestandteile wie Klingen oder Bürstenköpfe ausgetauscht werden können. Zum Abschminken können mehrfach verwendbare Schminkschwämmchen anstelle von Einweg-Wattepads benutzt werden. Filzstifte, Kugelschreiber oder Feuerzeuge, die wenn Sie verbraucht sind, wiederbefüllt bzw. deren Minen ersetzt werden können, reduzieren ebenfalls Ihre Abfallmenge. Auch in Sachen Schadstoffbelastung macht deshalb die Verwendung von Akkus anstelle von normalen Batterien Sinn.

Falls Sie Kinder haben, könnten Sie außerdem Stoffwindeln ausprobieren. Die sind billiger als herkömmliche Einweg-Windeln und man kann sie auch für mehrere Kinder verwenden.

 

Leitungswasser trinken

Statt Wasser in Flaschen zu kaufen, ist es in unseren Breitengraden möglich, das Wasser aus der Leitung zu trinken. Mehr Informationen zur Qualität des Berliner Leitungswassers und warum es gesundheitlich völlig unbedenklich ist, bekommen Sie auf den Seiten der Berliner Wasserbetriebe. Hier liegt für Sie nicht nur ein großes Potenzial zur Vermeidung von unnötigem Abfall, sondern auch zur Schonung Ihres Geldbeutels. Außerdem sparen Sie sich das Schleppen.

 

Lose Produkte ohne Verpackung kaufen

Kaufen Sie bewusst lose Produkte, die ohne oder mit nur wenig Verpackung auskommen. Für loses Obst und Gemüse oder Fleisch und Käse von der Theke wird deutlich weniger Verpackungsmaterial benötigt. Sie können sogar Ihre eigene Schachtel oder Tüte abfüllen und so unnötige Verpackung komplett vermeiden. Ideal geht das auch auf dem Wochenmarkt.

Auch bei Brot und Gebäck kann man leicht auf Papier-, Papierwachs- oder Plastiktüten verzichten: Man nimmt einfach einen Stoffbeutel, der eigens fürs Brot reserviert ist, mit zur Bäckerei, oder man benutzt alte Papiertüten mehrmals.

 

Selbst kochen statt Fertigprodukte kaufen

Verzichten Sie, soweit möglich, auf Lebensmittel, die in kleinen Einzelportionen verpackt sind. Diese Produkte verwenden oft überflüssige Verpackung und sind in der Regel auch teurer als die selben Produkte in größeren Portionen. Industriell verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte bringen grundsätzlich sehr viel Verpackungsmaterial mit sich, und sind gleichzeitig oft auch nicht so gesund und schmecken nicht so gut wie Gerichte, die man selbst zu Hause zubereitet. Backen Sie zum Beispiel Ihre Kekse doch einfach selbst, statt Kekse mit viel Plastikverpackung im Supermarkt zu kaufen. Die Backzutaten selbst bringen natürlich auch Verpackungsabfall mit sich, aber viel weniger, wenn man bedenkt, wie viele Kekse man mit einer Ofenladung backen kann. Und: Man kann die Zeit, die man fürs Kochen oder Backen aufwendet, gemeinsam mit Freunden oder mit der Familie verbringen und dabei viel Spaß haben.

 

Nachfüllverpackungen nutzen

Kaufen Sie Produkte aus Nachfüllverpackungen. So reduziert sich die Materialmenge und Ressourcen werden geschont.

 

Kleine Verpackungen bevorzugen, Luftverpackungen meiden

In einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg wiesen drei Viertel aller Verpackungen mehr als 30 % Luft  auf, ohne dass es für diese „Mogelpackungen“ produktbedingte Gründe gegeben hätte. Achten Sie deshalb beim Einkauf auch auf die Größe der Verpackungen und ob diese im Vergleich zum Produkt überdimensioniert sind, Luft enthalten oder das Produkt gleich in mehreren Schichten umhüllen. Wählen Sie Produkte, die mit vergleichsweise wenig Material verpackt sind: Kaufen Sie zum Beispiel Seifenstücke statt Flüssigseife oder Duschgel. Auch Wasch- und Spülmittelkonzentrate brauchen aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Menge weniger Verpackungsmaterial.

 

Produkte und Verpackungen wiederverwenden

Benutzen Sie zum Beispiel Verpackungsgläser, nachdem sie leer sind, als Trinkgläser oder befüllen sie mit selbstgemachten Produkten wie Marmelade oder Fruchtmus. Praktisch sind auch Blechbehälter, in denen man Dinge wie Nähutensilien oder Spielzeug aufbewahren kann.

Alte kaputte nicht mehr tragbare Kleidung können Sie als Putzlappen verwenden, statt sie wegzuschmeißen und extra neue Lappen zu kaufen. Verschmutzte Lappen kommen in die Waschmaschine und können dann erneut benutzt werden. So sparen Sie auch Geld.

 

Aufs Material achten

Achten Sie darauf, ob das Produkt, das Sie erwerben möchten und seine Verpackung aus recycelten und auch erneut wiederverwendbaren Materialien bestehen. Bevorzugen Sie daher Glas und Papier, vermeiden Sie Kunststoffe, da diese nicht mehr gleichwertig verwertet werden können. Mehr zu den Verwertungspotenzialen unterschiedlicher Stoffe finden Sie in unseren Hintergrundartikeln.

 

Das Ablaufdatum „ausreizen“

Wenn Sie wissen, dass Sie die Lebensmittel, die Sie kaufen, noch am gleichen Abend kochen oder essen werden, dann wählen Sie am besten die Produkte aus, die schon nah am Ablaufdatum sind. So muss auch der Supermarkt weniger wegwerfen. Oft lässt sich hier auch Geld sparen: Viele Supermarktketten bieten Produkte kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu günstigeren Preisen an. Auch auf Wochenmärkten bekommen Sie vieles am Ende des Verkauftstages billiger, was der Händler sonst vielleicht wegschmeißen müsste.

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